Intermittierendes Fasten

Warum Fasten unserem Körper gut tun kann

Fasten hat in den letzten Jahren eine Revolution erlebt. Kursierten vor einiger Zeit  noch die Vorstellungen, man solle 3 Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen und Fasten könne gar schädlich sein, so gibt es heute diverse andere Meinungen und Forschungsergebnisse zu diesem Thema.

Bevor Der Mensch sesshaft wurde – mit Ackerbau und Tierhaltung begann – musste er jagen und sammeln um sich seine Nahrung zu besorgen.

Für einen gewissen Zeitraum – z.b. nachdem ein Tier erlegt wurde – hatten die Menschen Essen im Überfluss. Jedoch bedeutete das nicht, dass sie dies permanent hatten. Nach und vor diesem Überfluss gab es immer wieder Phasen in denen keine oder nur sehr wenig Nahrung zur Verfügung stand. Alleine diese Tatsache verbildlicht schon recht schön, dass die Herleitung – 3 Mahlzeiten am Tag seien gesund und fasten schädlich oder bedenklich – evolutionsbiologisch wenig bis keinen Unterbau hat.

Das es in unseren heutigen Zeit an jeder Ecke, die Möglichkeit eines überaus kalorienreichen Snacks gibt, kommt unseren ursprünglichen Biologie also sicher nicht zu gute bzw. stellt hier eine Herausforderung für eine gesunde Ernährung und oft auch für unseren Organismus dar.

Und genau hier setzt das Prinzip des Intermittierenden Fastens ein:

Kurze Zeitfenster zwischen Fasten und Essen wechseln sich nacheinander ab. Die Häufigkeit und Länge der Fastenzeiträume hängt von den unterschiedlichen Methoden des intermittierenden Fastens ab. Mittlerweile gibt es eine Menge unterschiedliche Methoden des Intermittierenden Fastens. Jedoch bauen alle auf diesen 2 Grundmethoden auf:

  • 5:2 Methode: Nur an 2 Tagen in der Woche wird gefastet und an diesen Tagen nimmst du nur 600 Kalorien zu dir. An den weiteren 5 Tagen kannst du dich normal ernähren ( 5:2 Methode )
  • 16:8 Methode: du hast jeden Tag eine Fastenzeit von 16 Stunden und hast dann ein Fenster von 8 Stunden in denen du essen kannst.

Wenn du zum Beispiel die 16 zu 8 Methode wählst, dann würdest du z.b. um 20 Uhr deine letzten Kalorien zu dir nehmen. In Form eines Essens oder aber auch eines kalorienhaltigen Getränks. Dies bedeutet auch, dass du während des Fastenfensters außer schwarzen Kaffee ( natürlich ohne Zucker UND ohne Süßstoffe ) und ungesüßten Tees – und natürlich Wasser – nichts zu Dir nehmen solltest.

Wenn du um 20Uhr das letzte Mal Kalorien konsumiert hast, kannst du am nächsten Tag um 12 Uhr „schon wieder“ etwas essen. Natürlich kannst du die Fasten und Essens Fenster auch anderes setzen.

In der Essenszeit solltest du dich natürlich immer noch gesund ernähren. Wenn du in dieser Zeit zu Pizza und Pommes greifst, werden die positiven Effekte des intermittierenden Fastens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darunter leiden oder – wenn überhaupt – nur sehr schleppend Früchte tragen.

Um etwaigen Heißhunger vorzubeugen, breche ich die Fastenphase meistens lediglich mit einem Apfel. So ist der Magen erst mal besänftigt und man läuft auch nicht Gefahr, sich bei der darauffolgenden größeren Mahlzeit, zu viel auf den Teller und dann auch in den Magen zu schaufeln.

Sollten dir die 16 Stunden fasten viel vorkommen oder anfangs auch schwer fallen, dann gibt es eine einfache und effektive Lösung; Taste dich jeden Tag eine Stunde weiter an die 16 Stunden heran. So kannst du z.B. erst mal mit einem Fastenfenster von 12 Stunden anfangen. Dein Körper wird sich sehr schnell daran gewöhnen und der Weg dorthin wird dir leichter fallen. Außerdem kannst du bei aufkommenden Hunger auch Wasser trinken um das Hungergefühl zu unterdrücken.

Einige Intermitted Fasting Ratgeber empfehlen auch einen Tag in der Woche mit dem Intermitted Fasting zu pausieren. Das soll den Vorteil haben, dass der Körper sich nicht zu sehr an das Fasten gewöhnt und so können auch hier wieder neue Reitze gesetzt werden.

Wenn Du also am Wochenende gerne ausgiebig Frühstückst, dann musst du dir das auch mit dem Intermitted Fasting nicht komplett verkneifen.

Seit dem ich Intermittierend faste hab ich eigentlich gar keine Lust mehr morgens mehr als einen Apfel zu essen. Ich habe einfach festgestellt, wie sehr eine opulente Mahlzeit in der Früh meinen Organismus fordert und mich somit auch in meiner Leistungsfähigkeit einschränkt. Natürlich ist hier aber jeder anders und es geht wie immer in erster Linie darum, dass beste für sich selbst heraus zu finden. Intermittierendes Fasten ist also eine Fastenmethode an die man sich gut herantasten kann.

Zweifels ohne hat der Darm und die Bauchspeicheldrüße beim intermittierenden Fasten eine Auszeit und ist damit auch mal entlastet. Außerdem steht dir die Energie, die du sonst zur Verdauung benötigen würdest für andere Dinge zur Verfügung. Jeder kennt die sogenannten „Fressnarkosen“ nach einer opulenten Mahlzeit in denen es einem oft nicht leicht fällt zu arbeiten oder sich gezielt zu fokussieren. In diesen Phasen wird viel Energie für die Verdauung benötigt und weniger Energie steht für andere Prozesse oder Aufgaben zur Verfügung. In den Fastenzeiten stellt sich dieses Problem natürlich nicht und du kannst all deine Energie auf deine von dir gewählten Aufgaben richten.

Weitere Gesundheitliche Vorteile des Intermittierenden Fastens sind:

  • Reduzierung des Glucoseanteils im Blut (Blutzuckerspiegel)
  • Reduzierung des Blutdrucks
  • Reduzierung von oxidativem Stress  (oxidative Zellschädigung)
  • Reduzierung des Fasteninsulin (Basisinsulin)
  • Reduzierung von entzündungsfördernden Prozessen
  • Reduzierung von Triglyceriden und Cholesterin
  • Reduzierung des Körpergewichts (geringerer Körperfettanteil)
  • verbesserte Immunabwehr
  • erhöhte zelluläre Stressresistenz
  • verbesserte zelluläre Reinigung/ Regeneration
  • erhöhte Ausschüttung an Wachstumshormonen
  • eine längere Lebenserwartung

Intermittierendes Fasten kann also jede Menge Vorteile mit sich bringen. Es sei jedoch hier auch erwähnt, dass für Jugendliche und bei manchen Krankheiten sowie Untergewicht, fasten gefährlich sein kann. Solltest Du also unter einer Krankheit leiden oder untergewichtig sein, ist es auf jeden Fall ratsam dein Fastenvorhaben mit deinem Arzt abzuklären. Für Kinder ist Fasten nicht geeignet.

Zusammenfassung:

  • Der gesunde menschliche Körper kann mit Fastenzeiten aufgrund seiner Konstitution und Evolutionsbiologischen Geschichte, gut mit Fastenzeiten umgehen.
  • Fasten entlastet die Bauchspeicheldrüße, den Darm und hat kann viele weitere gesundheitliche Vorteile haben.
  • Fasten kann Dich leistungsfähiger machen.
  • Durch das Fasten wird dein Organismus und vorallem die Verdauung nicht so sehr gefordert und du hast mehr Konzentrationskapazitäten.
  • Intermittierendes Fasten lässt sich gut und einfach ausprobieren. Mann kann sich an diese Fastenmethode auch einfach rantasten und seinen Körper langsam an die Fastenzeiten gewöhnen.
  • Intermittierendes Fasten kann vielerlei gesundheitliche Vorteile haben. Für Kinder ist Fasten nichts. Bei Jugendlichen nur, wenn sie wirklich übergewichtig sind. Bei Untergewicht und vorliegenden Krankheiten sollte ein Fastenvorhaben unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden.