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Wird man durch PC-Spiele intelligenter?

Macht das Spielen von Computerspielen intelligenter? Kannst du deine mentale Leistung durch Zocken verbessern? Oder ist das ein falscher Mythos und PC-Spiele fördern nur die Verblödung? Um auf diese Fragen richtige Antworten zu liefern, und für Klarheit zu sorgen, muss man sich ein differenziertes Bild machen.

Prinzipiell kann man sagen, dass sich Intelligenz nur bedingt durch Training verbessern lässt. Das heißt aber nicht, dass sich durch bestimmte Tätigkeiten einzelne Hirnregionen stimulieren, und die dort verorteten Hirnfunktionen nicht verbessern ließen. Dieser Zusammenhang wurde unter anderem von Alex Wade, Psychologe an der britischen Universität York in einer im Journal ‚PLOS ONE‘ veröffentlichten Studie untersucht. Getestet wurde die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf relevante Sinneseindrücke zu fokussieren, ohne sich von konkurrierenden Wahrnehmungen irritieren zu lassen. Dabei kam die sogenannte Stroop-Aufgabe zum Einsatz, ein Experiment, bei dem Versuchspersonen Worte, die eine Farbe bezeichnen (rot, grün, etc.) gezeigt werden. Die Worte selbst sind dabei farbig geschrieben. Die Versuchspersonen sollen nun die Farbe benennen, nicht aber die Worte lesen. Im genannten Experiment waren Personen, die regelmäßig Action-Games spielen erfolgreicher. Dieses Ergebnis wurde auch durch Aufnahmen von Hirn-Scans bestätigt.

Auch die Fähigkeit, zwei Aufgaben abwechselnd zu bearbeiten – man spricht hier von kognitiver Kontrolle – kann durch Actionspiele trainiert und verbessert werden. Dies wurde von Daphné Bavelier, Psychologie-Professorin an der Universität Genf nachgewiesen. Probanden, die nicht spielten, schnitten hierbei schlechter ab als Gamer. Dieses Ergebnis des erfolgreichen Trainings durch Computerspiele zeigte sich auch beim räumlichen Vorstellungsvermögen. Die Befunde erklären auch den Einsatz von Computerspielen als Training von kognitiven Fähigkeiten bei Schlaganfall-Patienten.

Doch bevor du jetzt daraus die falschen Schlüsse ziehst, deine Hirnleistung umso mehr steigern zu können, je länger du nur zockst, solltest du Folgendes beachten:

Professor Christian Montag von der Universität Ulm fand heraus, dass bei Versuchspersonen, die wöchentlich 14 Stunden World of Warcraft spielten, Teile der grauen Hirnsubstanz im Stirnlappen (Orbitofrontalkortex) schrumpften. Je länger sie spielten, umso mehr verringerte sich die graue Hirnsubstanz. Es ist zwar nicht bewiesen, dass die Änderung der Masse der grauen Hirnsubstanz auch eine Verringerung der Denkleistung bedeutet, ein Zusammenhang wird aber vermutet. Der Befund kann also zumindest als bedenklich erachtet werden.
Prinzipiell sollten die durch Spielen erzielten Verbesserungen der Gehirnfunktionen anschließend auch im realen Leben zur Anwendung kommen. Wer also übermäßig viel spielt, tut seinem Gehirn möglicherweise keinen Gefallen. In vernünftiger Dosis aber können Computer- und Videospiele, vergleichbar etwa mit Denksport- oder Geschicklichkeitsübungen durchaus das Gehirn trainieren. Es gilt hier wohl wie bei allem im Leben: Maß halten!

Quellen und Studien:

  1. Stroop-Effekt
  2. Exploring the relationship between video game expertise and fluid intelligence
  3. Meta-analysis of action video game impact on perceptual, attentional, and cognitive skills.
  4. Orbitofrontal gray matter deficits as marker of Internet gaming disorder: converging evidence from a cross‐sectional and prospective longitudinal design

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